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Wohnraum statt Umweltamt48 Quadratmeter für zwei Personen müssen reichen

Das Projekt «Promenadendeck» hat den Wettbewerb für die Umnutzung eines Hauses in Kleinhüningen gewonnen. Interessant ist, dass die Grundrisse vergleichsweise bescheiden ausfallen.

Visualisierung des Neubauprojekts «Promenadendeck» des Architekturbüros Kooperative 45, Bettina Satzl.
Visualisierung des Neubauprojekts «Promenadendeck» des Architekturbüros Kooperative 45, Bettina Satzl.
Hochbauamt Basel-Stadt

Das rund 55 Jahre alte Haus steht zwischen dem Zentrum von Kleinhüningen und dem Rheinhafen, heute wird es vom kantonalen Amt für Umwelt und Energie (AUE) genutzt. Dort sollen 30 bis 35 «erschwingliche Wohnungen für kleine Haushalte» entstehen. Für das AUE entsteht derzeit ein 16 Millionen Franken teurer Neubau an der Spiegelgasse mit einer Solarzellenanlage an der Fassade. In einer Volksabstimmung im Jahr 2016 wurde dieses Projekt gutgeheissen, der Bau soll im kommenden Jahr bezugsbereit sein.

Für die Umnutzung der Hochbergerstrasse 158 hat das Bau- und Verkehrsdepartement einen Wettbewerb durchgeführt. Insgesamt 121 Projekte sind eingegangen, von denen sechs in die letzte Runde kamen und honoriert wurden. Den mit 30’000 Franken prämierten ersten Preis hat das Projekt Promenadendeck der Kooperative E45 in Basel mit Bettina Satzl erhalten. Die Baukosten sind allerdings nicht angegeben.

Das Gebäude wird bis auf das Betonskelett zurückgebaut. Die viergeschossige Arkade erhält als Referenz an den industriellen Kontext eine robuste Metallverkleidung. Auf der Rückseite des Hauses entsteht eine feinteilige Holzfassade, heisst es in der Beurteilung der Jury. Insgesamt bringt dieses Projekt 32 Wohnungen, von denen 24, also drei Viertel für zwei Personen gedacht sind und 40 bis 48 Quadratmeter umfassen, die vier im Erdgeschoss haben zusätzlich ein Atelier. Fünf Wohnungen für je eine Person erhalten eine Fläche von 32 bis 39 Quadratmetern, drei mit 69 Quadratmetern sind für drei Personen gedacht. Die Wohngeschosse werden vom bestehenden Treppenhaus aus über eine Halle und den offenen, südorientierten Laubengang erschlossen.

Viele Gemeinschaftsräume

Die für das Quartier nutzbaren Bereiche befinden sich im Erdgeschoss, nämlich der 94 Quadratmeter grosse Gemeinschaftsraum sowie vier Ateliers, die einzeln oder offen als Co-Working-Bereich auch an Externe vermietbar sind.

Im Dachgeschoss führt ein schmalerer Laubengang zu vier Wohnungen, von denen eine mit 55 Quadratmetern etwas grösser ist. Dazu wird dort ein weiterer Gemeinschaftsraum angeboten. Mit attraktivem Ausblick über die Dächer eignet er sich als Rückzugsort und Wohnzimmer der gesamten Hausgemeinschaft oder für kleinere Hausanlässe, schreibt die Jury. Der Laubengang gibt dem Projekt auch den Namen Promenadendeck, da er den Blick auf den Fluss Wiese freigibt.

Das Projekt ermöglicht den Rückzug ins Private, fördert die Kommunikation unter Nachbarn, ermöglicht die Entstehung einer Hausgemeinschaft und die Teilhabe am öffentlichen Leben im Quartier, heisst es in der Beurteilung . Die Bodenheizung wird durch eine Fotovoltaikanlage sichergestellt.