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Als der Ball noch rollte30. März 2014: Notnagel Sio

Der ivorisch-französische Angreifer Giovanni Sio wurde beim FC Basel nie mehr als der erste Ersatz-Stürmer. Und doch hatte er einige Auftritte, die in Erinnerung geblieben sind.

Basel-Spieler Giovanni Sio, links, feiert sein Tor zum 0:1 m Fussball Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Basel, am Sonntag 30. Maerz 2014, in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
Basel-Spieler Giovanni Sio, links, feiert sein Tor zum 0:1 m Fussball Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und dem FC Basel, am Sonntag 30. Maerz 2014, in Luzern. (KEYSTONE/Urs Flueeler)
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Später in diesem Jahr, da wird er in einer Sitzung einnicken. Es ist dann Sommer, der Trainer heisst neu Paulo Sousa und pflegt seine Ideen und Ausführungen vor der Mannschaft gerne in die Länge zu ziehen. Doch jetzt, im Frühjahr 2014, ist das erst die Zukunft. In der Gegenwart, da leitet Murat Yakin die Übungen beim FC Basel. Ein Mann langer Taktik-Analysen und Motivationsreden ist dieser Trainer nicht. Sondern eher ein Freund des Spontanen, der Improvisation. Und Giovanni Sio, der ist hellwach.

Es ist die 27. Runde der Super League, es läuft die 51. Minute und es flankt Davide Callà so, dass Sio die Rotblauen beim FC Luzern mit einem platzierten Kopfball in Führung bringt. Unter Mithilfe von Torhüter David Zibung, wie die BaZ findet, da sie dessen Hechtsprung nach dem Leder mit einer fallenden Bahnschranke vergleicht. In der Nachspielzeit macht Sio dann den Deckel auf diese Partie, als er nach einem Steilpass Mohamed Elnenys einen Konter kaltblütig abschliesst. Der FCB siegt 2:0 und zementiert auf dem Weg zum fünften Meistertitel in Folge seinen Platz an der Tabellenspitze.

Und Sio? Es ist nicht das erste und auch nicht das letzte Mal, dass er von sich reden macht: Erst im August ist er als Notnagel gekommen, weil Raul Bobadilla zu schnell an einem Ponyhof vorbei- und schliesslich nach Augsburg weitergereist war. Mit einem Tor gegen Rasgrad trägt der Neuzugang umgehend zur Basler Champions-League-Qualifikation bei. Und er wird zum Schluss dieser Saison gegen den FC Zürich innerhalb von nur fünf Tagen noch zweimal auffällig werden: Erst erzielt er beim 4:2 in der Meisterschaft einen weiteren Doppelpack. Dann fliegt er im Cupfinal höchst umstritten mit Gelb-Rot vom Platz und verlieren die Basler in der Verlängerung.

Dann muss Yakin gehen und kommt Sousa. Ist Sio an der WM mit einem verschuldeten Elfmeter in der Nachspielzeit der Sündenbock für das ivorische Aus nach der Gruppenphase. Und nickt dann, zurück in Basel, in der Sitzung ein. Seinen Status als erster Ersatz von Marco Streller erlangt er unter Sousa nie mehr zurück. Er trifft nur noch einmal ins Tor, im Cup in Wohlen. Und er ist im Winter weg, ausgeliehen nach Bastia. Zurück kommt er nie mehr, den Club wechselt er noch oft. Aktuell steht er bei Genclerbirligi Ankara unter Vertrag.

FC Luzern – FC Basel 0:2 (0:0)

Tore: 51. Sio (Callà) 0:1. 91. Sio (Elneny) 0:2.

Luzern: Zibung; Stahel, Affolter (66. Sarr), Puljic, Mikari; Renggli (66. Hyka); Winter, Thiesson, Wiss, Rangelov; Lezcano (34. Lustenberger).

FCB: Sommer; Philipp Degen, Sauro, Suchy, Aliji; Xhaka, Elneny; Stocker (62. Serey Die), Diaz (80. Embolo), Callà (87. Schär); Sio.