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Dumping bei der SeniorenbetreuungSie pflegte rund um die Uhr für 2358 Franken im Monat

Pflegerinnen aus Osteuropa werden als günstige Betreuerinnen eingesetzt. Nun kämpft Anna P. vor Gericht um eine angemessene Entschädigung.

Anna P. arbeitete für ein Schweizer Unternehmen, das Pflegerinnen an Familien vermittelt.
Anna P. arbeitete für ein Schweizer Unternehmen, das Pflegerinnen an Familien vermittelt.
Foto: François Wavre (Lundi 13)

Sie kümmerte sich Tag und Nacht, sieben Tage die Woche um ihre über 90-jährige Klientin. Doch für ihren Einsatz erhielt die Polin Anna P.* bloss ein kleines Entgelt. Nach Abzug von Kost und Logis, Lohnnebenkosten sowie 358 Franken Quellensteuer wurden ihr monatlich 2358.60 Franken überwiesen. Dies geht aus dem Arbeitsvertrag hervor, den P. mit der Vermittlungsfirma «Deheime Wohne» mit Sitz in Solothurn abgeschlossen hatte. Dort steht auch: Dieser Lohn gilt für 42 Stunden Arbeit pro Woche.

Tatsächlich lebte und arbeitete die Pflegerin 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche bei ihrer betagten Klientin in einer Zürcher Seegemeinde. Was P. neben der harten Arbeit und der geringen Bezahlung belastete, war die Einsamkeit, wie sie sagt. «Ich hatte kein Privatleben, meine Kinder sah ich nur selten.»

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