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Bloss nicht wie Djokovic2000 Masken für ein Basler Tennisfest

Ab Donnerstag findet das Crossklinik Tennis Open trotz Corona statt – mit Schutzkonzept und einem so starken Feld wie nie zuvor. Turnierdirektor Kurt Schudel sendet einen Appell an Zuschauer und Spieler: Sie sollen Respekt gegenüber dem Virus haben.

Obwohl die Swiss Indoors abgesagt wurden, wird in Basel 2020 doch noch hochklassiges Tennis gespielt: Das Crossklinik Tennis Open findet statt.
Obwohl die Swiss Indoors abgesagt wurden, wird in Basel 2020 doch noch hochklassiges Tennis gespielt: Das Crossklinik Tennis Open findet statt.
Foto: Lucian Hunziker

Bei Schudels herrscht Hochbetrieb. «Wir sind am Wirbeln», sagt Kurt Schudel, der gemeinsam mit seinem Sohn Steven das Crossklinik Tennis Open organisiert. Bereits im Mai hatten die beiden entschieden: Das Basler Tennisturnier findet statt – trotz Corona. Doch das Virus brachte nicht nur grosse Unsicherheiten mit sich, sondern auch ganz schön viel Arbeit. Ein Schutzkonzept musste erstellt und nun umgesetzt werden. «Gar nicht so einfach», sagt Kurt Schudel.

Plexiglasschutz wurde organisiert und nach Lösungen gesucht, wie man im Publikum 1,5 Meter Abstand halten kann. Bis zu 300 Zuschauer dürfen die Spiele verfolgen, die Namen werden in Listen eingetragen. Und für den Notfall hat Schudel nun kurzfristig noch 2000 Masken bestellt, die an die Tennisfans abgegeben werden könnten. «Wir geben alles, damit das Turnier möglichst sicher ist.»

Was ein Tennisturnier auslösen kann, bei dem die Sicherheitsmassnahmen nicht stimmen, bewiess Novak Djokovic mit seiner Adria-Tour. «Das hat mir Angst gemacht», sagt Schudel. Was er vom Serben und seinem Event hält, wird rasch deutlich: wenig. Mit seinen 76 Jahren selbst zur Risikogruppe gehörend, versucht Schudel alles, damit sein Turnier nicht zu einer Virenschleuder verkommt. Die Spieler etwa müssen bestätigen, dass sie seit mindestens zwei Wochen nicht mehr in einem Risikoland waren. Zwei Athleten konnten das nicht und mussten ihre Anmeldung zurückziehen. Beim Turnier selbst gelten jene Regeln, die sich nun schon seit einigen Wochen in den Tenniscentern des Landes etabliert haben. So sollen die Spieler etwa nach Möglichkeit im Hotel duschen. Schudel erklärt, dass man zu dritt im selben Boot sitze: die Spieler, die Zuschauer und die Organisatoren. Und er appelliert an die Vernunft: «Wir alle müssen Respekt haben vor dem Virus und uns gegenseitig schützen.»

23’000 Franken für die Schweizer Tennisspieler

Belohnt für seine Anstrengungen wurde Schudel mit einer Vielzahl an Anmeldungen. 350 Spielerinnen und Spieler werden von Donnerstag bis Sonntag auf den Plätzen des BLTC im Margarethenpark, der Old Boys, in Aesch und in Riehen um Punkte kämpfen. Darunter diverse starke Schweizer Spieler (siehe Kasten), aber auch interessante Profis aus dem Ausland. Im Frauen-Tableau etwa schlägt Clara Tauson auf, eine erst 17-jährige Dänin, die 2019 das Juniorinnen-Turnier des Australian Open gewonnen hat und in der Weltrangliste bereits auf Position 212 klassiert ist.

Was Schudel von den Spielern erfährt, ist vor allem Dankbarkeit. Eine Zeit ohne Turniere bedeutet für sie eine Zeit ohne Preisgelder – und damit finanzielle Schwierigkeiten. Dass das Crossklinik Tennis Open trotz schwieriger Umstände stattfindet, ermöglicht ihnen eine dringend benötigte Plattform. Schudel war sich der Problematik bewusst und suchte nach weiteren Möglichkeiten, die Schweizer Tennisspieler zu unterstützen. Er rief einen Fonds ins Leben, sprach bei Gönnern und Sponsoren vor und sammelte 23’000 Franken. Diese werden nun unter den besten zehn Schweizerinnen und den besten zehn Schweizern des Crossklinik Tennis Open verteilt. So soll das Turnier nicht nur zu einem Event mit sportlichen Höchstleistungen werden, sondern auch zu einem Fest fürs Tennis. In einem Jahr ohne Swiss Indoors ein Geschenk für die Basler Tennisfans.

Den Spielplan und die Resultate finden Sie unter: www.int.crossklinikcup.ch