Der Schaulager-Satellit ist gelandet

Dieses Jahr wird der Messeplatz bereits eine Woche vor der Art Basel von der Kunst erobert – und das nicht zu knapp. Für die kommenden zwei Wochen ist der markant gestaltete «Schaulager Satellite» vor dem Messeturm gelandet.

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Zehn Tage vor Eröffnung der Art Basel geht es auf dem Messeplatz drunter und drüber, nicht nur wegen der Grossbaustelle zum Messeneubau. Während auf der einen Seite des Platzes gigantische Bagger die Messehalle 3 in ihre Einzelteile zerlegen und dabei ein ganz eigenes, vergängliches Kunstwerk erschaffen, ist gegenüber ein dreieckiger Satellit gelandet. Ein Dreispitz sozusagen, 36 Meter lang und 11 Meter hoch.

Ab Montag präsentiert sich in diesem markanten, blendend weissen Holzpavillon das Schaulager aus Münchenstein. Die Schau- und Lagerstätte zeitgenössischer Kunst auf dem Dreispitz ist zur Zeit wegen Umbau geschlossen – also hat man den «Schaulager Satellite» in die Umlaufbahn des Kunstuniversums katapultiert. Und zwar nicht in irgend eine periphere Galaxie, sondern mitten ins Herz dieses Sonnensystems: Direkt neben dem Haupteingang zur weltweit bedeutendsten Kunstmesse, der Art Basel.

Eine Win-Win-Situation

Da ist Mäzenin Maja Oeri, deren Laurenz-Stiftung hinter dem Schaulager steht, ein grosser Wurf gelungen. «Die Art Basel steht ja hinter dem Schaulager», bemerkt denn auch eine Journalistin am Freitag an der Satellite-Medienpräsentation. «Das kann ich nicht ändern», entgegnet Maja Oeri sichtlich geschmeichelt und unter allgemeinem Gelächter. «Ich hätte es schade gefunden, wenn das Schaulager während der Art Basel nicht sichtbar gewesen wäre.» Die Organisatoren der Art Basel seien bei ihrer Anfrage vor rund einem Jahr hoch erfreut gewesen, erinnert sich Oeri. Wegen der Baustelle sei der Messeplatz zur Zeit nicht besonders attraktiv und mit der Aufwertung durch den Schaulager-Pavillon hätte sich eine Win-Win-Situation für beide Parteien ergeben.

Wobei natürlich insbesondere das Schaulager von der prominenten Platzierung seines Satellite profitieren kann. Diese Chance möchte Oeri nutzen, um der ganzen Bevölkerung – und nicht nur der Kunstwelt – das Konzept ihres Monolithen in Münchenstein zu vermitteln. «Das Schaulager ist viel mehr, als ein reines Ausstellungshaus», sagt Oeri. Im Gespräch mit baz.ch erklärt die Mäzenin später, sie habe das Gefühl, dass viele Leute das Konzept des Schaulagers noch nicht wirklich kennen. «Bei uns soll Kunst nicht nur gezeigt, sondern auch gelagert, konserviert , erforscht und weitergegeben werden.»

Eine neue Kunstprofessur für die Uni Basel

Schaulager-Umbau, Messeplatz-Satellite und – wie Oeri vor den Medien bekannt gibt – eine zweite, von Ihrer Laurenz-Stiftung getragene Kunst-Professur an der Uni Basel – da scheint das Schaulager knapp zehn Jahre nach der Eröffnung nochmals einen Quantensprung zu machen. Oeri, stets um vornehme Zurückhaltung bedacht, sieht es nicht ganz so pathetisch. «Die jetzt ausgeschriebene neue Professur für Kunsttheorie hat sich ergeben als Ergänzung unserer bestehenden Assistenzprofessur für Zeitgenössische Kunst», erklärt sie und bedauert, dass diese Aufstockung an der Uni Basel neben dem Satellite fast ein bisschen untergehe.

Letzteres kann dem markanten Schaulager-Trabanten auf dem Messeplatz kaum passieren. Dennoch geht Oeri davon aus, dass die Art-Besucher eher nach als vor dem Messe-Rundgang im schneeweissen Holzpavillon vorbeigucken. «Ich hoffe, dass der Schaulager-Umbau und unser Konzept des Bewahrens, Erforschens, und Weitergebens dank dem Satellite noch klarer vermittelt werden kann.»

Damit die Bevölkerung genügend Zeit hat, um in den nach frischem Holz duftenden Schaulager Satellite einzutauchen, öffnet der Pavillon bereits am kommenden Montag, 4. Juni, seine Pforten. Eine Woche bevor Kunstkenner und Selbstinszenierer aus aller Welt den Messeplatz erobern – und mit ihm vielleicht auch den Schaulager Satellite.

baz.ch/Newsnet

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