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Als der Ball noch rollte16. Mai 2010: Die Finalissima gegen YB

Ein 2:0 über die Berner bringt dem FCB die 13. Meisterschaft.

Valentin Stocker (rechts), der Mann des Spiels in Bern, feiert mit Trainer Thorsten Fink den Titel.
Valentin Stocker (rechts), der Mann des Spiels in Bern, feiert mit Trainer Thorsten Fink den Titel.
Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Die Ausgangslage ist sonnenklar. Will sich der FCB zum 13. Mal zum Meister küren lassen, darf er am letzten Spieltag im Stade de Suisse gegen YB nicht verlieren. Bei den Bernern ist der Optimismus gross, dass dies dem Widersacher vom Rheinknie nicht gelingt. Die Meister-T-Shirts mit dem Slogan «YBerragend» sind bereits gedruckt – ein Wortspiel und eine Hommage an den damaligen YB- und heutigen Nationaltrainer Vladimir Petkovic.

Doch dann kommt der 16. Mai 2010 und damit ein hoch motivierter FC Basel. Thorsten Fink hat seinen Mannen vor dieser Finalissima einen Brief in die Finger gedrückt. Ein Schreiben, das zehn Jahre später an die Öffentlichkeit gelangt. Es sind Sätze drin zu lesen wie: «Wir sind Cupsieger 2010, und wir werden auch Schweizer Meister» oder «Holt euch diesen Pott, ihr habt es verdient!»

Doumbia trifft nicht

Es sind Worte, die Rotblau ernst nimmt. Auch wenn mit Alex Frei und Marco Streller zwei Routiniers in der Offensive angeschlagen und als Ersatzspieler gemeldet sind, spielt der Gast munter nach vorne. Und wird in der 39. Minute mit dem Führungstreffer durch Valentin Stocker belohnt. Ein weites Zuspiel von Carlitos spitzelt der Krienser an YB-Goalie Marco Wölfli vorbei. Später, nach dem Seitenwechsel, lanciert Stocker Scott Chipperfield, der das 2:0 erzielt.

Dieses Tor bedeutet die Entscheidung, zumal auf der Gegenseite Seydou Doumbia nichts gelingen will. 50-mal hat der Angreifer von der Côte d’Ivoire für Gelbschwarz in der Liga in zwei Jahren getroffen. In seinem letzten und wichtigsten Spiel für Bern jedoch geht er leer aus. Und so sind es in der Hauptstadt die Basler, die feiern. Und allen voran Matchwinner Valentin Stocker hochleben lassen. Der Meistertanz findet allerdings ohne den damals 21-Jährigen statt. Nach dem harten Einsteigen von Christian Schneuwly muss der FCB-Akteur nach 83 Minuten mit der Bahre vom Feld getragen werden.

Young Boys – Basel 0:2 (0:1)

Tore: 39. Stocker 0:1. 61. Chipperfield 0:2.

Young Boys: Wölfli; Affolter, Dudar, Schneider; Sutter (64. Coly), Doubai, Hochstrasser, Degen (77. Christian Schneuwly); Doumbia, Bienvenu, Regazzoni (56. Raimondi).

Basel: Costanzo; Inkoom, Abraham, Cagdas, Shaqiri; Carlitos, Huggel, Da Silva (63. Gelabert), Stocker (83. Ferati); Zoua (54. Frei), Chipperfield.

Die Super League ruht – aber nicht bei der BaZ. Wir blicken jeden Tag auf die Begegnung eines Basler Vereins am entsprechenden Datum zurück. So lange, bis der Ball endlich wieder rollt.