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Als der Ball noch rollte15. Mai 1967: Sitzstreik in Bern

Der vierte Cupsieg der Basler Vereinshistorie war ein ganz besonderer.

Der Skandal im Wankdorf-Stadion: Lausanne möchte nach dem 1:2 in der 89. Minute nicht mehr weiterspielen.
Der Skandal im Wankdorf-Stadion: Lausanne möchte nach dem 1:2 in der 89. Minute nicht mehr weiterspielen.

Nur noch wenige Minuten sind beim 42. Cupfinal in Bern zwischen dem FCB und Lausanne zu spielen. Es steht 1:1, da fällt Helmut Hauser im Strafraum der Romands. Schiedsrichter Karl Göppel zögert nicht und zeigt auf den Penaltypunkt. Der Gefoulte selbst, der bereits das erste FCB-Tor erzielt hat, tritt an und verwandelt sicher. Eigentlich ist Hanspeter Stocker als Schütze vorgesehen, doch Hauser hat ihm vor Ausführung des Elfmeters den Ball weggeschnappt und die Verantwortung übernommen.

Was danach passiert, ist ungewöhnlich. Lausanne will diesen Gegentreffer nicht akzeptieren. Die Spieler von Trainer Karl Rappan sind so enerviert, dass sie mit dem Unparteiischen minutenlang diskutieren. Sie wollen im Schubser von André Grobéty gegen Hauser keine Regelwidrigkeit gesehen haben.

Sieg am grünen Tisch

Da der Referee bei seiner Entscheidung bleibt, setzen sich die Waadtländer auf den Wankdorf-Rasen und spielen nicht mehr weiter. Aus Müdigkeit, wie sie sagen. Doch Göppel interpretiert diese Szenen als Sitzstreik und bricht die Partie beim Stand von 2:1 für Basel ab. Der nationale Verband wertet die Partie später in einen 3:0-Forfaitsieg zugunsten des FCB.

Bei Rotblau jubeln nicht alle gleichermassen über diesen Triumph, der nach einer verrückten Cupsaison (Wiederholungsspiel im Halbfinal gegen Lugano) zustande kommt. Helmut Hauser etwa muss sich damit abfinden, dass seine beiden Cupfinal-Tore nicht gewertet werden. Was den Deutschen auch Jahre später noch dazu veranlasst, über seine «gestohlenen» Tore in diesem Wettbewerb zu sprechen.

Basel - Lausanne-Sport 3:0 forfait

Wankdorf, Bern. – 44’981 Zuschauer.

Basel: Kunz; Kiefer, Michaud, Stocker, Pfirter; Odermatt, Schnyder, Benthaus; Wenger, Frigerio (9. Moscatelli), Hauser.
Lausanne: Schneider; Grobéty, Tacchella, Lüthi, Dürr; Weibel, Polencent, Chapuisat; Vuilleumier (29. Bonny), Hosp, Kerkhoffs.

Die Super League ruht – aber nicht bei der BaZ. Wir blicken jeden Tag auf die Begegnung eines Basler Vereins am entsprechenden Datum zurück. So lange, bis der Ball endlich wieder rollt.