Bordell-Betreiber müssen FKK-Saunaclub schliessen

Beklagte nehmen Entscheid nicht hin und werden appellieren.

Anwohner beschwerten sich darüber, von Freiern immer wieder angesprochen worden zu sein.

Anwohner beschwerten sich darüber, von Freiern immer wieder angesprochen worden zu sein.

(Bild: Henry Muchenberger)

Martin Regenass

Innerhalb von drei Monaten nach dem Erhalt des schriftlichen Urteils muss der Saunaclub FKK Basel den Betrieb an der Amerbachstrasse 45 einstellen. Zu diesem Schluss kommt die Baurekurskommission (BRK). Das Gericht für Baustreitigkeiten hat am letzten Mittwoch vor Ort eine Verhandlung mit anschliessender Begehung des Bordells durchgeführt (BaZ vom Donnerstag). Die Betreiberin des FKK-Saunaclubs, die KMS Verwaltungs GmbH, hat einen Rekurs gegen das Bau- und Gastgewerbeinspektorat eingereicht, weil dieses dem Club eine notwendige Bewilligung als Sexbetrieb abgesprochen hat. Ein Laufhaus sei an dieser Lage nicht «zonenkonform», so die Begründung des Amts.

Die BRK unter dem Vorsitz von Andreas C. Albrecht (LDP) stützt nun das Verdikt des Bau- und Gastgewerbeinspektorats, keine Betriebsbewilligung zu erteilen. Am Donnerstag sind die Parteien über den Entscheid informiert worden.

Der Beschluss, dass das Bordell schliessen muss, freut Markus Knöpfli. Der Quartierbewohner kämpft seit Jahren für eine Schliessung des Betriebs und hat auch Unterschriften gesammelt. «Wir sind sehr glücklich über diesen Entscheid. Seit neun Jahren ist der FKK-Club illegal und den direkten Anwohnern gegenüber rücksichtslos.» Knöpfli spricht von einer grossen Genugtuung, dass nun mit der BRK auch die zweite Instanz die Einsprachen der Anwohner von 2015 gegen das Bordell gutheisst.

Anwohner brauchen langen Atem

Knöpfli mahnt aber auch, dass das Bordell damit noch nicht eingestellt ist. «Die Betreiber haben noch immer die Möglichkeit, das Appellationsgericht sowie das Bundesgericht anzurufen. Schliesslich geht es für den Club um viel Geld.» Knöpfli spricht von einem «langen Atem», den die Anwohner vielleicht noch benötigten. Möglicherweise könnten die Verfahren noch mehrere Jahre dauern. Offen sei dabei, ob bei einem gerichtlichen Weiterzug die aufschiebende Wirkung zur Anwendung kommt oder nicht. Also ob der Club bereits während des weiteren Verfahrens schliessen muss oder nicht.

Anwalt Andreas Noll, der die KMS Verwaltungs GmbH rechtlich vertritt, zeigt sich enttäuscht über das Urteil. Der Betrieb werde für sämtliche Lärmemissionen im Quartier verantwortlich gemacht, die nicht genau zugeordnet werden könnten. «Beim Ablauf der Verhandlung ist der Eindruck entstanden, dass FKK Basel als Sündenbock für irgendwelche Belästigungen herhalten muss. Der Entscheid der Baurekurskommission ist falsch. Wir werden den Entscheid daher in jedem Fall weiterziehen.» Der Club habe sich gemäss Noll sehr Mühe gegeben und niemanden belästigt. Noll: «Einfach weil FKK Basel ein Erotikbetrieb ist, muss er für das Unbehagen im Quartier herhalten.»

Die Anwohner sprachen an der Verhandlung vom Mittwoch davon, dass rund um den Club immer wieder laut gesprochen und gelacht würde und dass Anwohner von Freiern angesprochen würden.

Basler Zeitung

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