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Als der Ball noch rollte13. Mai 1956: Plötzlich fliesst das Geld

Zu Beginn der Saison 1955/56 kann sich auch der FC Basel den steigenden Preisen auf dem Transfermarkt nicht mehr widersetzen. Der Verein investiert in Spieler und Trainer. Trotzdem unterliegt er GC am 13. Mai 1956 mit 2:5 – und wird am Ende nur Siebter in der Tabelle.

Der FC Basel (hier im Jahr 1953) und sein Präsident Jules Düblin (2. v. r.), der einige Jahre später auch Geld in die Hand nehmen musste.
Der FC Basel (hier im Jahr 1953) und sein Präsident Jules Düblin (2. v. r.), der einige Jahre später auch Geld in die Hand nehmen musste.

Zu Beginn der Fünfzigerjahre explodiert der Transfermarkt im Schweizer Fussball. Spieler werden um- und abgeworben, Reglemente werden umgangen und Absprachen missachtet. Nur der FC Basel wehrt sich gegen steigende Preise und «verwerflichen Methoden». Zumindest am Anfang noch.

Es dauert nur ein paar Jahre, ehe die Basler erkennen, dass sie sportlich nicht mithalten können, wenn nicht ein Umdenken stattfindet. Und so kommt es, dass Präsident Jules Düblin vor dem Start der Saison 1955/56 sagt: «Die vergangene Saison hat mit aller Klarheit gezeigt, dass der Club ohne Zuzug neuer Kräfte für die nächste Zukunft nicht mehr würde auskommen können.»

Die Basler verpflichten Trainer Bela Sarosi aus Ungarn, Sylvan Thüler kommt aus Solothurn, Jürgen Sanmann aus Hamburg und aus Lausanne kehrt Gottlieb «Godi» Stäuble zurück. «Es bedurfte langer und schwieriger Verhandlungen und erheblicher finanzieller Zugeständnisse, um diese Übertritte vollziehen zu können», sagte Düblin damals.

Wie viel Geld geflossen ist, darüber kann man nur spekulieren. Clubhistoriker Josef Zindel schreibt in seinem Buch «Die ersten 125 Jahre» , dass den Baslern im Jahr 1956 ein Darlehen von 30’000 Franken zu zwei Prozent Zinsen gewährt wurde, «die Zeit der Fremdkredite hat auch für den FCB begonnen».

Sportlich allerdings können die Basler nicht von ihren Investitionen profitieren. Das 2:5 gegen den späteren Meister GC am 13. Mai 1956 ist eine von zehn Niederlagen. Einzig die Verpflichtung von Stäuble zahlt sich aus: Er erzielt 18 Treffer – einen davon bei der klaren Niederlage gegen GC – und entlastet Seppe Hügi im Angriff.

Am Ende der Saison landen die Basler auf dem siebten Platz und sind nur zwei Ränge besser als vor ihren Investitionen. Denn auch damals gilt schon der Spruch: Geld schiesst keine Tore.

FC Basel - Grasshopper-Club 2:5
Basler Tore: Bielser, Stäuble.

Die Super League ruht – aber nicht bei der BaZ. Wir blicken jeden Tag auf die Begegnung eines Basler Vereins am entsprechenden Datum zurück. So lange, bis der Ball endlich wieder rollt.